Parthenon im Athen-Lexikon

Das Parthenon, das Jungfauengemach, ist das zentrale und vermutlich bekannteste Gebäude der Akropolis von Athen und wurde unter Perikles errichtet. Außer seiner Funkton als Tempel war das Parthenon auch der Aufbewahrungsort für den Schatz des attischen Seebundes. Das ältere Vorparthenon wurde 480 v. Chr. von den Persern zerstört und nach der Rückeroberung Athens durch die Griechen als Dank an die Göttin durch das Parthenon ersetzt. Nach einer Bauzeit von nur 14 Jahren war der Tempel 433 v. Chr. fertiggestellt. Im 6. Jahrhundert erfolgten die ersten Umbauten, um den Tempel als eine der Jungfrau Maria geweihte Kirche zu verwenden. Dabei wurden mehrere innere Säulen und Wände der Cella, des inneren ummauerten Tempelheiligtums, entfernt und viele der heidnischen Götterbilder zerstört. 1456 bauten die Osmanen nach der Eroberung Athens ein Minarett an und der Tempel der Athene war nun eine Moschee. Im Krieg gegen Venedig wurde die Akropolis 1687 mit Kanonen beschossen und mehrere dort angelegte Pulver- und Munitionslager explodierten. Auch das Parthenon wurde dabei schwer beschädigt. Die vorerst letzten systematischen Zerstörungen erfolgten 1807 durch den britischen Botschafter Lord Elgin, der beträchtliche Teile der Dekoration abbauen ließ. Diese sind heute im Britischen Museum in London zu sehen und noch immer wird über die Rückgabe gestritten. Nach der Unabhängigkeit Griechenlands wurden ab 1832 alle Umbauten aus dem Mittelalter und der osmanischen Zeit entfernt und mit Restaurierungsarbeiten begonnen. Seit 1986 finden auf der gesamten Akropolis Restaurierungsarbeiten statt, um das durch die Vibrationen und Abgase der Autos stark gefährdete Weltkulturerbe zu retten. Der Höhepunkt der Besichtigung ist zweifellos das Abgehen des 160 Meter langen Frieses an der Cella. Es stellt eine Prozession während der Panathenäischen Spiele dar, die von allen wichtigen Göttern beobachtet wird. Die großen Metopenreliefs mit mythischen Kampfszenen an der Außenseite des Tempels sind durch die Explosion, fanatische Christen und Lord Elgin leider stark beschädigt. Nur an der Südseite ist die Darstellung der Schlacht zwischen Lapithen und Kentauren noch gut erhalten.



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