Geschichte im Athen-Lexikon

Nach der Vereinigung Attikas unter dem sagenhaften König Theseus zum Stadtstaat Athen, wuchs seine Macht schnell. Während des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr. war Athen der Führer des attischen Seebunds und das kulturelle und religiöse Zentrum des hellenischen Einflussbereiches. Auch nach der Eroberung durch die Römer 86 v. Chr. blieb der kulturelle Einfluss noch lange erhalten. Römische Kaiser besuchten Athen, stifteten Bauten, nahmen an kultischen Handungen teil und besuchten die Philosophenschulen. In Rom war es schick, die Häuser mit griechischen Kunstgegenständen zu schmücken. Ab dem 4. Jahrhundert verringerte sich die intellektuelle Bedeutung aber immer mehr und 529 schloß der byzantinische Kaiser Justinian I. die letzten Philosophenschulen. Im 9. Jahrhundert wurde Athen zum Bischofssitz und hatte einen Einfluss innerhalb der orthodoxen Kirche. Ab dem 13. Jahrhundert war die Stadt unter ständig wechselndem Herrschaftsbereich. 1204 wurde es im 4. Kreuzzug ein fränkisches Herzogtum, 1388 florentinisch, 1392 türkisch, 1395 venezianisch und 1402 wieder florentinisch. Jede Eroberung zerstörte Bausubstanz und von den überlebenden Menschen flüchteten viele aufs Land. 1456 war Athen dann wieder unter osmanischer Herrschaft. 1821 begann die griechische Revolution, in der zusammen mit europäischen Streitkräften die Osmanen zurückdrängt wurden. 1830 wurde Griechenland dann ein selbständiger Staat und 1834 Athen seine Hauptstadt. Zu dieser Zeit war die Stadt nur noch ein Provinznest mit 4000 Einwohnern. Unter dem Wittelsbacher Otto I. wurde mit der planmäßigen Stadtentwicklung begonnen. 1920 lebten auf athenischem Gebiet wieder fast eine halbe Million Menschen. Mit den Massenvertreibungen von Griechen aus Kleinasien während des Griechisch-Türkischen Krieges begannen die nächsten Probleme. Viele der Emigranten lebten in Athen in Elendsvierteln. Dann kamen der 2. Weltkrieg und der griechische Bürgerkrieg. Ab 1950 begann man zwar mit Straßenbauprogrammen, aber mit dem Zuzug von Menschen aus den ländlichen Gebieten konnte der begrenzte Ausbau nicht mithalten. Erst Ende des 20. Jahrhunderts konnte der massive Ausbau der Infrastruktur die chaotischen Zuständen deutlich verbessern und die fast vier Millionen Menschen des Großraums Athen weitgehend vom Smog befreien. Auch die Besucher können auf ihren Besichtigungstouren wieder frei durchatmen.

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Text (c) 2017: C. H.

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