Eleusis im Athen-Lexikon

Das antike Eleusis ist heute als Elefsina ein Vorort von Athen. Die dort stattfindenden Mysterien gehörten zu den wichtigsten kultischen Feiern des antiken Griechenlands. Sie rankten sich um den Kult der Demeter, der Göttin des Lebens und der Fruchtbarkeit. Sie brachte den Menschen den Ackerbau und schuf damit die Grundlage ihres Überlebens. Als ihre Tochter Persephone von Hades in die Unterwelt entführt wurde, erfüllte die trauernde Mutter ihre Pflichten nicht mehr und auf der Erde wurde es Winter. Nach ihrer Befreiung kehrte Persephone in die Welt der Lebenden zurück und es wurde wieder Frühling. Ihre Rückkehr steht daher symbolisch für die Wiedergeburt des Lebens im Zyklus des Jahres und wurde mit den Mysterien gefeiert. Möglicherweise wurden die Mysterien bereits seit der mykenischen Zeit um 1500 v. Chr. gefeiert und waren aus noch älteren Fruchtbarkeitsritualen entstanden. Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. nahmen Menschen aus ganz Griechenland an den Feiern teil und ab 300 v. Chr. unterlag der Kult staatlicher Kontrolle. Die Feiern wurden auch in römischer Zeit noch abgehalten und mehrere römische Kaiser wurden in die Mysterien eingeweiht. Ende des 4. Jahrhunderts wurden sie dann im Zuge der Christianisierung verboten und gerieten in Vergessenheit, nachdem der Gote Alarich den Tempel in Eleusis zerstört hatte. Auf der heutigen Ausgrabungsstätte sind die meisten Ruinen römischen Ursprungs, aber auch die wichtigsten Teile der alten Tempelanlage sind noch erhalten. Über den Vorhof und den Torbau – Propyläen, die denen der Athener Akropolis ähnlich waren – erreicht man das Telestrion. In dem großen Tempel wurden im Anaktoron – dem Allerheiligsten – die geweihten Kultgegenstände aufbewahrt. Noch gut zu erkennen ist das Plutonion, die Felsengrotte, die das Tor zur Unterwelt darstellt. Bei der Ausgrabungsstätte gibt es auch ein Archäologisches Museum.


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