Kloster Kaisariani im Athen-Lexikon
Ein lohnenswerter Ausflug führt zum Kloster Kaisariani am Berg Hymettos östlich von Athen. Die Herkunft seines Namens ist ungeklärt, die plausibelste Theorie lautet, dass die erste Ikone des Kloster aus dem Ort Kaisarea stammt.
Zusammen mit anderen Klöstern wurde es im 11. Jahrhundert während der Makedonischen Dynastie gegründet und 1204 dem lateinischen Erzbischof von Athen unterstellt. Aufgrund staatlicher Privilegien verfügte es über ausgedehnte Ländereien und war das reichste Kloster der attischen Halbinsel. Hohes Ansehen verschaffte ihm seine berühmte Bibliothek, die auch Urkunden aus antiken Bibliotheken enthielt. Das hohe Ansehen wird durch die Tatsache unterstrichen, dass hier nach der türkischen Eroberung 1458 der Schlüssel der Stadt Athen an Sultan Mehmed II. übergeben worden sein soll. Die Osmanen benannten das Kloster nach dem Widderkopf an einer seiner berühmten Quellen in Kots Basi um, beließen ihm aber weitgehend seine Unabhängigkeit.
1678 wurde das Kloster vom Patriachen als unabhängig vom Metropoliten erklärt, die Unabhängigkit 1792 aber wieder aufgehoben. In der Folge verarmte das Kloster und der größte Teil der berühmten Bibliothek wurde verkauft. Bei zwei Erdbeben Ende des 20. Jahrhunderts wurde die Anlage erheblich beschädigt. Dennoch ist sie noch immer sehr sehenswert.
Innerhalb der hohen Mauern sind die Hauptkirche und das Badehaus noch aus dem 11. Jahrhundert erhalten geblieben. Die sehenswerten Fresken der Kirche stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Das Refektorium – der Speisesaal – und die Küche stammen wie die Zellen der Mönche vermutlich aus dem 16. und 17. Jahrhundert.
Nach der Besichtigung des Klosters lohnt sich noch ein Spaziergang an den Hängen des Berges Hymettos. In der waldreichen Gegend wachsen viele Kräuter und Orchideen, die die Luft mit ihrem Duft erfüllen und Nahrung für die Bienen liefern, die den berühmten Hymettoshonig produzieren.



