Ägina im Athen-Lexikon
Ein interessanter Tagesausflug führt zur Insel Ägina im Saronischen Golf, die mit dem Schnellboot in 45 Minuten zu erreichen ist. Sie soll nach der Nymphe Aigina benannt sein, die hier einen Zeussohn geboren hat.
In der Antike war die Insel ebenso bekannt wie reich. Die ersten griechischen Münzen wurden hier geprägt und nach dem Wappentier als „Schildkröten“ bezeichnet. Sie verbreiteten sich bis nach Spanien und das Schwarze Meer. Das zweite berühmte „Produkt“ waren die zahlreichen Olympiasieger, die beträchtliches Prestige für ihre Heimat errangen. Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. wurde Ägina dann von den Athnern erobert und erlangte nie wieder ihre vorherige Bedeutung. Die Stadt Ägina war vom 12. Januar bis 3. Oktober 1828 noch einmal für kurze Zeit bekannt, als sie die griechische Hauptstadt war.
Die wichtigste antike Sehenswürdigkeit ist der Tempel der Aphaia, einer Göttin, die nur auf dieser Insel verehrt wurde. Ursprünglich stammte der Kult vermutlich aus Kreta, als Fruchtbarkeitsgöttin wurde der Hauptgöttin der Insel aber schon in mykenischer Zeit geopfert. Der Tempel stammt aber erst aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., da die Verehrung vorher in einem Hain erfolgte. Ein kleines Museum enthält die Grabungsfunde.
Aus neuerer Zeit stammt die Kirche Agios Nektarios, die dem jüngsten Heiligen der orthodoxen Kirche (1920 gestorben, 1961 heilig gesprochen) gewidmet ist. Im benachbarten gleichnamigen Kloster kann die Zelle besichtigt werden, die er bis zu seinem Tod bewohnte.
Nur 500 Meter vom Kloster entfernt liegt Paleochora, das im Mittelalter die Hauptstadt Äginas war und um 1800 verlassen wurde. 32 Kirchen – die meisten aus dem 13. und 14. Jahrhundert – sind in dem Ort erhalten geblieben.
Wenn Sie gerne Pistazien knabbern, nehmen Sie sich als Andenken doch das wichtigste Produkt Äginas mit. Fast 5 % der Weltproduktion stammen von der nur 83 Quadratkilometer großen Insel.



